15. Oktober bis 03. Dezember 2022; Freitag bis Sonntag: 11.00 – 18.00

Ausstellung: Die Landschaft in der Vergangenheit, in der Gegenwart und Visionen für die Zukunft in der Turbine Giswil

Die Ausstellung «Kultur Landschaft Obwalden: gestern – heute – morgen» in der Turbine Giswil schafft einen vertieften und umfassenden Zugang zur Landschaft. Ziel ist es, das Werden, die Entwicklung und die Qualitäten unserer Landschaft ins Bewusstsein zu rücken und die Kulturlandschaft mit all ihren Facetten erlebbar zu machen.

Das Projekt verbindet Wissenschaft und Kultur. Vorhandenes Wissen um die Landschaft wird gesammelt, strukturiert und in einen neuen Zusammenhang gebracht. Die Kulturlandschaft und die Landschaft sollen von möglichst vielen Seiten interpretiert und beschrieben werden. Im Rahmen von wissenschaftlichen Beiträgen zu Natur, Kunst und Geschichte wird die Entstehung und Entwicklung der Landschaft analysiert und dargestellt.

Das Ausstellungsprojekt ermöglicht es der Bevölkerung und besonders auch Schulen, das reichhaltige Erbe unserer Natur- und unserer Kulturlandschaft besser zu erschliessen. Die Geschichte der Landschaft aufzuzeigen und zu kennen, ist bewusstseins- und identitätsfördernd. Das Wissen darum, dass diese Werte nur erhalten werden können, wenn wir sie kennen und schätzen, ist zentraler Gedanke des Projektes.

Karl Vogler, Präsident Verein Kulturlandschaft
Marie-Cathérine Lienert, Kuratorin und Projektleiterin Ausstellung

Beiträge in der Ausstellung: Naturwissenschaft

Seppi Berwert

Schutz vor Naturgefahren

Naturgefahren beschäftigen die Menschen in Obwalden schon lange. Doch gegen welche Naturgefahren schützen wir uns und wie haben Schutzmassnahmen unser Landschaftsbild geprägt?

Ludwig Degelo

Die Trockenlegung des Aarieds in Giswil

Vom fischreichen See zum fruchtbaren Kartoffelacker: Vor mehr als 250 Jahren, im Jahre 1767, wurde der Rudenzersee bei Giswil abgelassen. Das war der entscheidende Schritt zur Trockenlegung des heutigen Aarieds.

Elsbeth Flüeler

Vegetationsgeschichte Obwaldens

Heute sind in Obwalden 20’508 Hektaren mit Wald bestockt. Das entspricht zwar nur 38 Prozent der Kantonsfläche. Doch es sind gleichzeitig acht Prozent mehr als im schweizerischen Schnitt: Der Wald spielt in Obwalden somit eine ganz wichtige Rolle für die Kulturlandschaft. Aber wie wurde Obwalden zum Waldkanton?

Angelo Garovi

Flurnamen und ihr Bezug zur Kulturlandschaft

«Die Natur entfaltet vor uns eine bunte und nach allen sinnlichen Eindrücken hin gestaltenreiche Mannigfaltigkeit. Alles dies finden wir in analogen Anklängen in der Sprache wieder.» - Wilhelm von Humboldt

Markus Liniger

Das geologische Erbe seit der letzten Eiszeit

In der Eiszeit war der grösste Teil von Obwalden vom Eis des Brünigarms des Aaregletschers bedeckt. Das belegen viele Granite in Obwalden aus dem Grimselgebiet, sogenannte Findlinge.

Kanton Obwalden, Bau- und Raumentwicklungsdepartement

Hochwassersicherheit Sarneraatal

Der Kanton Obwalden und insbesondere das Sarneraatal wurden in der Vergangenheit immer wieder von schweren Unwetterereignissen heimgesucht. Das Schwerste traf uns im August 2005 und führte im Kanton zu Schäden in einem zuvor nicht erreichten Ausmass.

IG Baukultur

«Sarneraatal 2050» - eine Vision zur Siedlungsentwicklung

Es ist bemerkenswert, wie intensiv sich heute weltweit Städte mit ihrer Zukunft beschäftigen. Wie werden wir leben? Wie werden wir produzieren, wie uns fortbewegen? Dies und vieles mehr steht dabei zur Diskussion.

Jodok Imhof

Landschaftsgeschichte der Obwaldner Talung

Eine Serie von Visualisierungen zeigt auf, wie sich die Landschaft des Sarneraatals von der letzten Eis- bis zur Römerzeit entwickelt hat. In wissenschaftlichen Publikationen zur Geologie, zur Klimageschichte und zur Botanik kann vieles gelesen werden. Dies ergibt aber nicht automatisch ein Bild der Landschaft in den jeweiligen, ausgewählten Zeitabschnitten.

Daniel Rogger

Zur Klimageschichte Obwaldens

Die Eisdecken, welche die Landschaft Obwaldens zugedeckt hatten, begannen vor 11’700 Jahren zu schmelzen. Erste Pflanzen siedelten sich an. Archäologische Funde von steinzeitlichen Jägern sind um 8’500 vor heute (v.h.) nachweisbar und für die Alpwirtschaft in alpinen Lagen zwischen 6’000–5’000.

Peter Lienert

Waldwirtschaft

1860 beträgt die Waldfläche in Obwalden 11’250 ha, heute über 18’000 ha. Der Wald wird zunehmend unter Achtung der strengen gesetzlichen Vorgaben genutzt und gepflegt und die Waldvorräte werden angehoben. Ab 1950 wird die Holznutzung und -bringung modernisiert und Infrastrukturen wie z. B. Erschliessungsstrassen beeinflussen die Kulturlandschaft. Mit Unterbrüchen bringen die Holznutzungen bis 1970 den Waldeigentümern guten Verdienst und Einkommen.

Beiträge in der Ausstellung: Kunst und Kultur

Olivia Abächerli

Landschaft und deren Ressourcen

Was bedeutet es, Boden zu besitzen? Welche Verantwortlichkeiten oder Privilegien gehen damit einher? Anhand der Recherche zu (Obwaldner) Korporationen geht Olivia Abächerli diesen Fragen nach.

Roman Britschgi

Sarnersee-Partitur

Wenn über das Sarneraatal die Nacht hereinbricht, ist bald schon von der malerischen Landschaftskulisse, samt Bergen, See, Wiesen sowie Häusern nichts mehr zu sehen. Die Umrisse und Formen verschwinden im Schwarz. Was bleibt sind Lichtpunkte, zerstreut in der Dunkelheit.

Nicole Buchmann

«Friitig, dä 13.»

Die gewaltsame Hexenverfolgung in Giswil, welche mit der Überschwemmung der Laui im Jahr 1629 einherging, war sehr einschneidend in der Geschichte der Schweiz.

Stephanie Hess

Landschaft und Brauchtum - «Wildmaa und Wildwiib»

Schon als Kind hat Stephanie Hess die Älplerchlibi in Sarnen, besonders wegen der starken Präsenz des Wildmaas und des Wildwiibs, sehr beeindruckt. Durch ihr Verhalten und Auftreten beängstigten und faszinierten diese wilden Figuren gleichermassen. Stephanie Hess wunderte sich, wie sie heute erscheinen und ob sie noch ähnliche Erinnerungen bei den Kindern kreieren können wie bei ihr.

Anna Raselli

Fragment und Fokus – Erinnerungsorte in Obwalden

Erinnerungen sind Echo im Raum, füllen die eigenen Gedanken, schwingen mit, vermischen sich mit fremden Geschichten und verflüchtigen sich wieder. Die Arbeit von Anna Raselli erzählt von Orten, die einst ihr Zuhause waren. Vier Orte in Obwalden, vier Häuser in der Landschaft. Die Häuser sind, eingebettet in die Umgebung, Teil der Flure Cher, Spittel, Mürg, Feld, Hostett, Rüti, Steinen, Chälen und Bünten.

Celia & Nathalie Sidler

Neobiota

Die künstlerische Arbeit, die Celia & Nathalie Sidler für das Projekt Kulturlandschaft Obwalden konzipierten, beschäftigt sich rund um folgende Fragestellungen: Wie wirkt sich die Globalisierung und die klimatischen Veränderungen auf die Obwaldner Flora und Fauna aus? Wie zeigt sich in Obwalden der Umgang mit den Herausforderungen, die beispielsweise von invasiven Neophyten hervorgerufen werden? Wie wirken sich Veränderungen der Landschaft, im Spezifischen der Flora und Fauna, auf den Menschen und dessen Identitätsbildung aus?

Gianni Paravincini

Lasst uns das Unvorstellbare denken

Zwischen Sachseln und Alpnach wird ein 6,5 km langer Entlastungsstollen erstellt, welcher bei Hochwasser zusätzlich zum Abfluss in der Sarneraa Wasser aus dem Sarnersee ableitet. Dokumentationen aus dem Planungs- und Bauprozess schaffen einen Einblick in ein Jahrhundertwerk. Gianni Paravicini erstellt dazu eine Publikation, in der er auch Themen der Natur- und Ingenieurswissenschaften solchen der Kunst und Geisteswissenschaften gegenüberstellt.

Anna-Sabina Zürrer

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Ausgehend von ihrem Interesse an Obwaldner Hohlräumen und ihrer Entstehung durch chemische, physikalische oder gesellschaftliche Vorgänge, spannt sich Anna-Sabina Zürrer einen «Freiraum» auf, den sie prozesshaft gefüllt hat.